Bildbearbeitung - Kunst oder Schummelei?

 

 Wie oft werde ich gefragt, ob oder wie stark ich meine Fotos bearbeite... Es klingt in diesen Fragen immer sehr danach, als wäre die Fotobearbeitung ein Argument, was die eigentliche Kunst der Bilder abschwächen zu scheint.

Vermutlich kennt heutzutage jeder Fotograf diese Zweifel der Fragenden. Ich persönlich bin da ganz klarer Meinung, die auch jeder zur Antwort bekommt: Ja, ich bearbeite jedes einzelne meiner Fotos und nein, ich verstecke mich keinesfalls dafür. Denn ich sehe keinen Grund darin, ein Foto, welches in unserer ohnehin schon absolut PC-geprägten Zeit entsteht, danach zu beurteilen, ob es nah an der Ursprungsversion liegt oder hinterher stark verändert worden ist. Warum sollte man auf all die tollen Mittel, die uns unsere Zeit zur Verfügung stellt, verzichten und mit Bildern leben, die lange nicht das Potenzial einnehmen, das möglich wäre?

Es sollte nämlich klar sein, dass die Bildbearbeitung, wohl nicht nur bei mir einen großen Teil der Entstehungszeit eines Fotos ausmacht. Und nicht nur das – sie nimmt einen mindestens genauso großen Anteil an benötigten Fähigkeiten ein. Denn auch die Bearbeitung ist, wie das Fotografieren selbst keine Sache, die sich von Zauberhand ganz alleine löst. Sie benötigt neben dem Beherrschen verschiedener Programme ein Fingerspitzengefühl, eine Kreativität und Vorstellungskraft, die lange nicht durch zwei Klicks geschaffen ist. Ist dann alles gut gelaufen, verändert die Bearbeitung nämlich keinesfalls das Motiv oder auch die ursprünglich festzuhaltende Stimmung des Fotos – im Optimalfall intensiviert sie diese und macht das Fotos damit für den Betrachter noch wirkungsvoller (wobei da die einzelnen Art und Weisen wie immer natürlich Geschmacksache bleiben).

Für mich steht jedenfalls die Antwort schon lange fest: Eine hochwertige Fotografie heißt heute in der Regel – Fotografieren und Bearbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 


Hier noch einige weitere Beispiele von Bildbearbeitungen aus "meiner Feder".